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Die Geschichte der Monopolverwaltung


Von der Gründung bis zur EU-weiten Vergabe

 

1784 

Gründung des Tabakmonopols durch Kaiser Josef II. als Vollmonopol (Anbau, Gewinnung, Bearbeitung, Herstellung und Handel dem Staat vorbehalten); die "Tabakregie" ist Teil der Hoheitsverwaltung. Bald werden Kriegsopfer und schuldlos verarmte Beamte und deren Angehörige bei der Vergabe von Tabakverkaufsbewilligungen bevorzugt.

1835

Am 11. Juli wird von Ferdinand I. die Zoll- und Staats-Monopols-Ordnung über die Beschränkung von Staatsmonopolwaren erlassen.

1844

Start der Produktion der Virginier-Zigarren die später als "Kaiserliche" die Lieblingsbraunware von Kaiser Franz Joseph I. wird.

1899 

Am 19. April wird der erste öffentliche Zigarettenautomat in Form eines bereits existierenden Zündhölzchenautomaten mit dem Schild "K. k. Tabakverschleißautomat" in Wien montiert. Er enthält 12 Produkte, darunter Memphis und Zigarrentabak – jedes Produkt mit eigenem Geldeinwurf. 

1911

In diesem Jahr erfolgt eine zusammenfassende Verordnung über Besetzung, Neuerrichtung und Auflassung von Tabakverschleißgeschäften. Diese Verordnung ist mit Anpassungen an die jeweilige Staatsform Grundlage des Tabakvollmonopols bis 1949.

1913

Die Tabakregie zieht in den 9. Bezirk in die Porzellangasse 51. Sie verfügt über 36 Fabriken, neun davon im Gebiet des heutigen Österreich, die anderen in den Kronländern der Monarchie. 

1918

Die Tabakregie verliert nach dem 1. Weltkrieg den Großteil der Tabakanbaugebiete und ihre Fabriken.

1939

Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich wird die Tabakregie in die Austria Tabak AG umgewandelt. Alleiniger Aktionär ist das Deutsche Reich. Nach dem 2. Weltkrieg werden die Aktien wieder an die Republik Österreich übertragen.

1949 

Im Tabakmonopolgesetz 1949 wird die Austria Tabakwerke AG mit der Verwaltung des Monopols betraut.

1968

erfolgt eine Novellierung des Gesetzes von 1949. Dieses Tabakmonopolgesetz 1968 hat praktisch unverändert Bestand bis zum EU-Beitritt. Die einzige nennenswerte Änderung erfolgt im Jahre 1979.  

1979

Anpassung der Vergabekriterien: Zivilbehinderte werden in den Kreis der Vorzugsberechtigten aufgenommen.

1994 

Abschluss der Beitrittsverhandlungen mit der EU: Der Tabakanbau unterliegt jetzt der landwirtschaftlichen Marktordnung der EU.

1995

Mit dem EU-Beitritt Österreichs wird ein Großteil des Tabakmonopols und die staatliche Austria Tabak, die bis dahin das Monopol ausgeübt hat, privatisiert. Es gibt kein Produktionsmonopol mehr. Der Großhandel unterliegt einem Lizenzsystem – das BMF ist Lizenzgeber. Das Einzelhandelsmonopol bleibt bestehen.  

1996

Als unabhängige Stelle wird am 1. Jänner die Monopolverwaltung GesmbH (MVG) mit der Republik Österreich als Alleineigentümerin gegründet und nimmt ihre Tätigkeit im gesamten Bundesgebiet auf. 

2018

Die Dreiteilung der Zielausrichtung der MVG (Sozial-, Gesundheit- und Fiskalpolitik) wird im Tabakmonopolgesetz verankert.

2019

Ab 1. November herrscht bundesweit ein absolutes Rauchverbot in Gastronomiebetrieben.

2020

Am 1. Jänner wird das Jugendschutzalter auf 18 Jahre erhöht. Für unter 18-Jährige ist der Konsum, Erwerb, Besitz und die Weitergabe von Tabakwaren verboten. 

2021

Im August wird die MVG durch ein Erkenntnis des VwGH verpflichtet, künftig alle Trafikvergaben nach dem Bundesvergabegesetz für Konzessionen 2018 (BVergGKonz) durchzuführen. Bereits im Dezember 2021 startet die erste österreichweite Ausschreibung nach den neuen Richtlinien.